Der Dutch Oven – ein Klassiker!

Der Dutch Oven
Es waren wohl die Holländer, die bereits Anfang des 18. Jahrhunderts der Kunst des Metallgießens (Messing) in Sandformen mächtig waren. Nach dieser holländischen Methode entwickelte im Jahre 1707 der Engländer Abraham Darby einen Prozess um Gusseisen in Sandformen zu gießen. So entstand das erste, gusseiserne Kochgeschirr mit Hilfe der holländischen Gießtechnik.
Während der Kolonialzeit im 19. Jahrhundert brachten dann europäische Siedler den Dutch Oven über den großen Teich nach Amerika, wo er auf der langen Reise nach Westen als praktisches Kochgeschirr diente. Während dieser Kolonialzeit änderte sich noch ein wenig die Bauform des Topfes. Wie man ihn bereits heute kennt, erhielt er drei Beine und einen flachen Deckel mit Rand. Somit ist die Bauform des Dutch Oven bis heute fast unverändert.
Drückt man es einfach aus, ist ein Dutch Oven im Grunde genommen nichts anderes als ein massiver, gusseisener Topf mit drei Beinen, einem Deckel und einem Henkel, der in der heutigen Zeit überwiegend mit Grillbriketts beheizt wird und gleichermaßen zum Braten, Kochen und Backen verwendet werden kann. Durch die sehr gute Wärmespeicherung des Gusseisens bleiben Speisen auch nach der Zubereitung noch sehr lange heiß.

Formen, Größen
Den Dutch Oven gibt es vielen unterschiedlichen Größen und Formen. Von sehr kleinen Inhalten mit gerade mal 1 Liter Inhalt, bis hin zu riesigen Töpfen mit einem Fassungsvermögen von rund 18 Litern, ist je nach Hersteller für jeden Bedarf der passende Dutch Oven erhältlich. Rechnet man das Eigengewicht und den Inhalt zusammen, kann so ein großer Topf schon mal gut und gerne ein Gewicht von 35 kg erreichen. Also kein Leichtgewicht, dafür hat man natürlich den Vorteil, eine große Anzahl an Gästen verköstigen zu können. Ebenso sind Dutch Oven mit oder ohne Füße erhältlich. Der Vorteil bei den Töpfen ohne Füßen liegt darin, sie auch mal am heimischen Herd verwenden zu können. Durch den planen Boden eignen sie sich sogar für den Einsatz auf dem Ceranfeld. Zum Betrieb mit Grillbriketts wird allerdings ein Untersetzer benötigt, damit der schwere Dutch Oven sicher und gerade über den durchgeglühten Briketts steht und dem Brennstoff genügend Sauerstoff lässt. Für welchen Dutch Oven man sich auch entscheidet, meist bleibt es nicht lange bei einem Topf, denn das Outdoor Kochen mit Gusseisen macht Spaß und bringt die Menschen zusammen.

Verwendung, Funktionsweise
Der Dutch Oven wird klassischerweise in der Outdoorküche verwendet. Er kann durch den Henkel an einem Tripod (Dreibein) über offenem Feuer betrieben werden, direkt in bzw. an das Feuer gestellt werden oder, so wie er am häufigsten benutzt wird, mit Grillbriketts betrieben werden. Für eine gleichmäßige Hitzeverteilung werden durchgeglühte Grillbriketts unter den Topf und auf den Deckel des Dutch Oven gegeben. Wie viele Briketts verwendet werden müssen, hängt sicherlich von der Größe des verwendeten Dutch Oven ab, als Faustformel gilt jedoch für die Verteilung der Briketts:
Flüssige Speisen, wie bspw. Suppen: 1/3 auf den Deckel – 2/3 unter den Dutch Oven
Feste Speisen wie Gratins, Schmorgerichte, Brot, etc.: 2/3 auf den Deckel – 1/3 unter den Dutch Oven
Viele Speisen werden innerhalb der Garzeit nicht mehr umgerührt, somit sollte die Unterhitze eher gering sein um ein Anbrennen zu vermeiden.
In einem Dutch Oven lassen sich eine Vielzahl von Speisen zubereiten. Neben leckeren Eintöpfen, Suppen und Schmorgerichten, eignet sich der Dutch Oven auch hervorragend zum Backen von Brot und Kuchen. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Pflegehinweise/Einbrennen
Die meisten am Markt erhältlichen Dutch Oven sind bereits „Pre-Seasoned“ d.h. sie sind fertig eingebrannt, besitzen eine Schutzschicht und können sofort benutzt werden. Sie sollten lediglich vor dem Erstgebrauch mit heißem Wasser ausgespült werden um Produktionsrückstände und Staub zu entfernen. Nach dem Gebrauch werden Essensrückstände mit einem weichen Tuch oder Schwamm entfernt und der Dutch Oven mit heißem Wasser ausgespült. Für hartnäckige Verschmutzungen die sich ggf. im Topf befinden, kann auch vorsichtig eine Bürste oder ein Ringschwamm zur Hilfe genommen werden um die Reste zu lösen. Auf gar keinen Fall sollte Spülmittel zum Einsatz kommen. Spülmittel zerstört die schützende Patina des Gusseisen, sodass die Oberfläche schnell angegriffen wird. Zusätzlich könnte Spülmittel in das poröse Gusseisen dringen und sich festsetzen. Beim nächsten Gebrauch würde das Essen lecker nach Seife schmecken. Nach jedem Gebrauch sollte der Dutch Oven innen und ggf. auch außen mit ein wenig Öl eingerieben werden. Ich benutzte hierfür gerne Trennspray. Der Ölfilm schützt das Gusseisen und verhindert das Flugrost entsteht. Manche Hersteller bieten spezielle Pflegepasten für den Dutch Oven an welche diese Aufgabe ebenfalls übernehmen. Sollte es einmal trotz sorgfältiger Pflege vorkommen das der Dutch Oven Rost ansetzt, keine Panik, das bekommt man schnell wieder hin. Als erstes wird der Rost entfernt und die Oberfläche eingeölt. Entweder benutzt man ein Öl mit einem hohen Rauchpunkt (z.B. Kokos-, Erdnuss-, Rapsöl) oder eine spezielle Pflege-und Einbrennpaste. Im zweiten Schritt wird der Dutch Oven im geschlossenen Grill bei ca. 220°C für rund eine Stunde eingebrannt. Diesen Vorgang wiederholt man 2 – 3 mal bis sich das Öl/Pflegepaste zu einer schützenden Patina verwandelt hat. Nun ist der Dutch Oven wieder gut geschützt und bereit für den nächsten Einsatz.
Achtung! Während der Einbrennzeit kommt es zu einer erhöhten Rauchentwicklung, weshalb von einer Anwendung im Backofen abzuraten ist.

Qualität
Woran erkennt man einen guten und qualitativ hochwertigen Dutch Oven?
Der Dutch Oven sollte sauber verarbeitet sein und keine scharfen Kanten und überstehende Grade haben an denen man sich ggf. verletzen kann. Eine gleichmäßige Wandstärke sorgt für gleichmäßige Hitzeverteilung und Hitzespeicherung. Das Gusseisen sollte keine kleinen Löcher im Material aufweisen. Hier besteht die Gefahr das sich Flüssigkeiten sammeln die nicht abtrocknen. Das Gusseisen könnte anfangen zu rosten und im schlimmsten Fall bei einem schnellem Temperaturwechsel reißen, weil sich die Flüssigkeit schlagartig ausdehnt.
Die Aufhängung (Bügel) des Dutch Oven sollte stets gut ausbalanciert sein. Bei Verwendung über offenem Feuer (bspw. an einen Tripod) ist eine Einkerbung im Bügel von Vorteil um ein Verrutschen zu verhindern.
Der Deckel des Dutch Oven sollte plan auf dem Topf aufliegen, nicht wackeln und ein geringes Spaltmaß aufweisen.

Hersteller
Es gibt sicherlich eine Vielzahl von Herstellern bzw. Importeuren auf dem Markt die ein Sortiment an gusseisernen Töpfen anbieten. Ein breit gefächertes Sortiment mit qualitativ hochwertigen Produkten zu einem fairen Preis findet man u.a. bei den Herstellern Petromax, Campchef und Lodge Logics. Egal für welchen Hersteller oder für welches Produkt man sich letztendlich entscheidet. Wichtig ist die Freude und die Begeisterung mit der man an das Thema Outdoorküche und Dutch Oven herangeht. Qualitativ hochwertiges Gusseisen wird man wahrscheinlich sein ganzes Leben lang behalten. Will man sich erst einmal an das Thema herantasten, reicht vielleicht auch das billige No-Name Internet-Schnäppchen aus, wobei hier natürlich immer die Gefahr besteht vom Produkt enttäuscht zu werden und den Spaß an der Sache zu verlieren.

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